Rumänisches Tagebuch by Hans Carossa

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Carossa, Hans, 1878-1956 Carossa, Hans, 1878-1956
German
Hey, I just finished this quiet little book that's been on my shelf forever – 'Rumänisches Tagebuch' by Hans Carossa. It's not a war story in the way you'd expect. It's the diary of a German doctor sent to Romania during World War I. The conflict here isn't just on the battlefield; it's inside him. He's there to patch up soldiers, but he's constantly caught between his duty as a medic and the sheer, senseless horror of the war machinery he's serving. It's less about grand battles and more about one man trying to hold onto his humanity while surrounded by suffering. If you like historical accounts that feel deeply personal, this is a hidden gem.
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weil da nichts zu sehen ist, als ein paar Blätter und Stengel. 8. Oktober Die Musterung dauerte den ganzen Tag. Den Abend verbrachte ich mit Leutnant T. in seinem Quartier. Er war verdrießlich, weil er solche Massen abgehender Briefpost zensieren mußte, und gestattete nach einigem Knurren, daß ich ihm wieder ein wenig dabei half. Kein Brief darf durchkommen, durch den die bevorstehende Ablösung verraten werden könnte. Fast unwillkürlich suchte ich nach der steilen, klaren Handschrift des jungen Glavina, der oft an seine Freunde so wunderliche Sätze schreibt. »Was wäre das für eine geistige Einheit, die wegen der Explosion einer dummen Granate gleich auseinanderspränge?« las ich diesmal. Pronville, 9. Oktober 1916 Um drei Uhr früh weckte mich Rehm. Ich trank den Tee im Bett, blieb noch eine Viertelstunde liegen, bedachte manches. Das Einpacken ging schnell. Einige Bildchen ließ ich, den Dämonen zum Opfer, an der Wand hängen. Wilhelms Zeichnung, ein Ding halb wie ein Schiff, halb wie ein Vogel, nahm ich am Ende doch mit. Beinah wäre die rote Wachshand der kleinen Regina in der Schublade liegen geblieben. Ich hatte das Kästchen gestern beim Umräumen übersehen. Nun sind es zwei Jahre. Was Kindern für Einfälle kommen! Aber eigentlich hatte die Mutter schuld daran. Warum zwang sie das Mädchen, eine wächserne Hand auf den Mariahilfberg zu tragen? Da wars kein Wunder, daß Regina dachte: der Doktor hat mehr Mühe gehabt als die Mutter Gottes, warum soll er leer ausgehn? Daß ich die Reliquie immer bei mir haben soll, war freilich ein Verlangen. Aber schließlich schleppe ich nicht schwer daran. Ists nicht Liebe, so ists Aberglaube; auch der hat viel Gewalt. Die alten Varniers waren bereits aufgestanden und angekleidet, als ich in die Küche kam, um Abschied zu nehmen und Dank zu sagen. Sie wehrten ab, -- »on remplit son devoir«, sagte die Dame höflich. Doch drückten wir uns kräftig die Hände. Um halbfünf Uhr, bei Finsternis, rückten wir ab und erreichten Ham um halbneun Uhr. In sehr langsamer Fahrt, über Cambrai hinaus, verging der kurze Tag; es dunkelte schon wieder, als der Marsch nach Pronville begann. Der Mond stand hinter Wolken; doch ferne Felder schimmerten von ihm. Im Winde war ein Gurren wie von Lachtauben; dürres Laub lief über den Boden wie Mäuse. Von der Somme her tost es wie Weltuntergang; von tausend Mündungsblitzen und Leuchtraketen fiebert der Himmel. Um Mitternacht, auf der Landstraße, aßen wir bei den Feldküchen Bohnen und Büchsenfleisch; das war Mittag- und Abendessen zugleich und schmeckte köstlich. Gern hätte man sich den Teller noch einmal füllen lassen; aber die Vorräte sind bedenklich knapp geworden, und der Mannschaft ein Beispiel tüchtigen Hungers zu geben, kaum rätlich. Während wir noch aßen, zersetzte sich das Gewölk zu Flocken; der Himmel »häutete sich«, wie wir in Bayern sagen, der Mond wurde frei. Die Straße ist voll ziehender Kolonnen; erst kommt preußische Infanterie, bringt böse Kunde, Maurebas verloren, Péronne gefährdet, klagt über viel zu geringe Wirksamkeit unserer Artillerie, ja ohne die ungeheure Leistung der Infanterie, meint ein Offizier, wäre die Front gewiß bereits durchbrochen. Bald hierauf kommen preußische Artilleristen, bestätigen die schlimmen Nachrichten, schmälen über das arge Nachlassen der Infanterie und begreifen nicht, warum wir alle herzlich lachen, als sie beteuern, die Artillerie ganz allein halte noch die Front. Franzosen in langen dunklen Mänteln, die Schultern fröstelnd hochgezogen, marschieren in Gefangenschaft. Einige von unseren jungen Tapsen nähern sich ihnen, scharren ihre paar Vokabeln zusammen, möchten gerne wissen, wieviel sie drüben Löhnung, was für Essen sie haben, wann Friede werde und dergleichen. Die Fremden scheinen nicht recht zu verstehen; ihre bleichen Gesichter starren undurchdringlich im Mondlicht, und in ihrer Lage, mitten in ihrem zerstörten...

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Hans Carossa's Rumänisches Tagebuch (Romanian Diary) is exactly what the title promises: a doctor's firsthand account of his time in Romania during the First World War. Published in 1924, it reads like pages pulled from a worn leather journal.

The Story

The book follows Carossa, a physician conscripted into the German army. We see the war through his eyes not as a strategist or a hero, but as a healer. He describes the muddy, chaotic field hospitals, the wounded men from both sides, and the bleak Romanian landscape. The narrative is a series of observations—some heartbreaking, some strangely beautiful—about daily survival, medical struggles with limited supplies, and the quiet moments of connection amidst the chaos. There's no single plot twist, just the steady, grinding reality of war for someone trying to mend its broken pieces.

Why You Should Read It

What makes this diary special is its voice. Carossa isn't shouting; he's observing. His writing is clear, thoughtful, and often poetic without being flowery. You feel his exhaustion, his frustration with military bureaucracy, and his deep compassion. He doesn't glorify anything. Instead, he shows us the war's cost in human terms, one bandage and one conversation at a time. It’s a powerful reminder of the individuals behind the historical facts.

Final Verdict

This isn't a fast-paced action novel. It's for readers who enjoy immersive historical diaries, like those from WWI or WWII, and appreciate character-driven reflections. If you're interested in medical history, the human side of war, or just exceptionally good, understated prose from a witness who happened to be a great writer, pick this up. It's a short, sobering, and ultimately moving read.



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James Nguyen
7 months ago

My professor recommended this, and I see why.

Jackson Davis
1 year ago

My professor recommended this, and I see why.

Margaret Anderson
1 year ago

Surprisingly enough, the atmosphere created is totally immersive. Exceeded all my expectations.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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