Das himmlische Licht: Gedichte by Ludwig Rubiner

(3 User reviews)   1963
Rubiner, Ludwig, 1881-1920 Rubiner, Ludwig, 1881-1920
German
Ever feel like the world is too loud, too fast, too... much? That’s where Ludwig Rubiner’s poetry lives. 'Das himmlische Licht' isn’t a gentle stroll through pretty verses. It’s a shout from the early 20th century, written by a man watching society rush headlong into war and industry. The real mystery here isn’t in a plot, but in the question Rubiner keeps asking: how do you find a spark of something pure—a 'heavenly light'—in a world that feels so dark and mechanical? These poems are his desperate, beautiful search for an answer. If you’ve ever felt disconnected, this century-old voice might shock you with how familiar it sounds.
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Kamerad, Sie liefen bleich tauchend bis zum Durchhaus, weihevoll. Die Friedrichstraße fiel zu Boden. Abendherzen im Strahl schwebten auf Nebengassen. Die Luft stand mit Sternen in Ihnen, der Tag war noch hell. Die Menschen waren dick und rauchten Zigarren. Niemand sah Sie an. Die Stadt schwebte, es war still im Abendbrand, die Häuser zerfielen unten. Die Menschen gingen schwer. Kamerad, Sie waren allein. Niemand hatte das Licht gesehen. Um die Erde sprühte der südliche Schweiß des Vulkans. Niemand sah. Berlin schmatzte rollend. Es war nicht mehr Licht durch buntes Abendglas, Nicht mehr Fackelwogen hinter Spielpapier: Flammenschirme vom Himmel bogen um unseren Kopf. Die Luft schmolz im langen Lichtwind übers Feld, Drunten lag der harte Sand rötlich wie getretener Mob. Wir heulten ins Grüne übers Tempelhofer Feld. Vor schwarzen Fensterschwärmen der schweißigen Hinterhauswände Stießen wir unsere Flugdrachen hoch in die Windfarben und sogen den Glanz. Berlin, Ihr dachtet an Geld. O Kleinstädte der Welt, über Euch tropften die Farben alle Abend, ehe Silber und Blau kam. Kamerad, Ihr Jungenhaar zackte schwarze drohende Felsen über den gepfeilten Brauen. Sie haßten den blassen Schimmel der schlaffen Hausdächer. Wir kannten uns nicht. Ich rannte gefräßig umher, blond unter Papierlaternen zum Lärmplatz. Gläserne Lichterkränze. Greise Zauberclowns schrien in goldene Papp-Trompeten. Ich nahm meine dunkle Schwester, zarte Knöchel, in die feuchte Ringkämpferbude. Damals liebte ich sie so. O wären wir ausgerückt! Wir saßen in verdorrten Halbgärten. Soldaten tranken aus Bierseideln. Wir sahen durch grüne Stuhllehnen auf hölzerne Karussels. Vor alten Frauen in Würfelzelten zerfransten sich gegossene Glasvasen. Wir griffen unsere Hand zum letztenmal. Wir warteten. O vielleicht stand das feurige Licht gleich an unserer Haut: uns allen! O wir wußten alles. Die grüne Farbe glänzte am Wirtshausstaket (Einmal gab es wohl Zeiten, da grünten die Frühlinge so fett). Es war alles für uns und für die anderen gemacht, Aber früher waren die Tage dumpf und grau, und dies galt als Pracht. Wir sahen uns an, hinter ihren Augen braun und im vierzehnten Jahr Schwamm Hingabe, wie Blutstropfen rollte ihr Lächeln zum Hals, weil das neue Licht um uns war. Die Buden kreischten, eine Tombola knarrt, rote Dienstmädchen träumen selig und taub, Wir wußten, so war früher ein Fest, bald stehn hier Häuser in steinernem Staub. Warum sieht niemand das Licht? Um uns ist das Licht. Die Erde stößt leuchtende Brunnen empor, Glutlöcher im Himmel, brennende Riesenschornsteine von Glas, Lichtsturzstufen herab wie eines Wasserfalls strahlendes Rohr. Wie Pilze klein verwittern grünliche Buden um Limonadenlicht und lärmfarbenes Früchte-Eis. Wir beide waren sprießende Wälder, wimmelnde Erdteile in Himmel und Licht, um unsere Glieder floß das helle Meer. Wir waren uns fremd. Wir wirbelten tief durch blaue Lichtkugeln im Kreis. O neue Zeit! Zukunft! Preiselbeerrote Feierlichkeit! O Preis! DAS LICHT Vom gelben Himmel rollte ein funkelnder Treibriemen durch Yokohama: heut abend sind die bunten Leuchtstraßen matt. Schmale Sterne der hellen Nacht gehn hinter Fabriken auf. Europa tanzt wie ein brauner Hund vorm Mond. Gelbe Menschen kommen in schwarzen Röcken wie aus einem Jungfrauenbad. Paris, wilder Lanzenschein, wenn das Gitter des Luxembourg aus dem Garten der Erde aufsprüht: Einsiedler kochen Gold auf dem heiligen Berg, die Menschen schaukeln in großen Betten, von Afrika wehen weiße Tücher durch Palmenufer her. O helle Himmelssäge hinein nach London, wie ein Bergwerk liegt die Stadt unterm fallenden Licht, Diamanten über den Gitterluken der Bank von England, o roter Tower in Whitechapels Schweiß, sechstausend Mann morgens fünf in den Docks, drüben die Felsen des Kaplands, Nigger brechen in die Knie. Es floß aufkochend flammengrün durch Petersburg, Kiew, Nischny, Odessa, Mondgoldene Kathedralen im Schlamm, unter Euch Moskau bebt wie ein roter Menschenwald von vielen Glocken, o runde...

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Let's be clear: this isn't a book with a plot in the traditional sense. 'Das himmlische Licht' (The Heavenly Light) is a collection of poems from a pivotal and chaotic moment in history. Written in the years around World War I, Rubiner's work captures the tension of an artist caught between the grit of city life, the horror of war, and a deep, almost painful yearning for spiritual meaning and human connection.

The Story

There's no main character or storyline. Instead, the 'story' is the journey of a mind. Picture Rubiner observing the world—the clanging factories, the political upheaval, the loneliness of modern life. His poems move from sharp, critical images of society to moments of quiet, intense longing for something more. He's trying to navigate the noise to find a signal, a bit of that 'heavenly light' the title promises.

Why You Should Read It

I'll be honest, some of the references are of its time, but the feeling is timeless. What struck me was the raw urgency. This isn't polished, distant art. It's immediate. You can feel his frustration with a world losing its soul and his stubborn hope that beauty and truth still exist. Reading it feels like finding a series of passionate, sometimes angry, diary entries from a past that eerily mirrors our own fast-paced, often isolating present.

Final Verdict

Perfect for readers who want to try poetry but are put off by anything too flowery or abstract. This is grounded, emotional, and direct. It's also a fantastic pick for anyone interested in the mindset of Europe before and during the Great War, seen through the eyes of a sensitive observer. Don't expect easy answers, but do expect to be moved by a search for light that still resonates today.



ℹ️ Open Access

This content is free to share and distribute. Preserving history for future generations.

Charles Jackson
1 year ago

From the very first page, the emotional weight of the story is balanced perfectly. Highly recommended.

Donna Young
1 year ago

This is one of those stories where the emotional weight of the story is balanced perfectly. Exactly what I needed.

Betty Jones
10 months ago

I have to admit, the atmosphere created is totally immersive. Truly inspiring.

5
5 out of 5 (3 User reviews )

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